In vielen Teilen der Welt waren die großen, die Herde schützenden Hunde, Partner kleinerer Hütehunde. In England brauchte man nach der Ausrottung der Wölfe die großen Herdenschutzhunde nicht länger, kleinere Hütehunde wurden zur Norm (wobei der Old English Sheepdog die Ausnahme darstellt). Aber auf dem Kontinent gab es unverändert eine Nachfrage nach großen Hütehunden, die beides konnten, die Schafe schützen wie auch hüten und treiben.
Ein solcher Typ entstand während des Mittelalters und geht wahrscheinlich zurück auf Kreuzungen orientaler, Schafe hütender Hunde mit örtlichen Rassen, die auf Größe und Verteidigung gezüchtet waren.

In Frankreich entstand aus einer solchen Verbindung der Briard, eine alte Rasse, über die viele Legenden überliefert sind.
Eine von vielen Versionen einer alten Erzählung berichtet, daß Aubry de Montdidier ermordet wurde. Der einzige Tatzeuge war sein Hund. Der Hund folgte dem Mörder, klebte unermüdlich an seinen Fußspuren, machte ihm das Leben zur Qual.
Als der König von dieser Geschichte hörte, befahl er ein Duell zwischen dem Hund und dem Angeklagten (es ist bekannt, daß es im Mittelalter derartige "Gottesurteile" durch den Zweikampf - selbst mit Tieren - gegeben hat). Der Hund rächte den Tod seines Herrn.

Aubry's Hund (französisch: Chien d' Aubry) war vom Briard - Typ, daher wahrscheinlich auch der Ursprung des Rassenamens. Er könnte allerdings auch von der französischen Region Brie abgeleitet sein.

Karl der Große gab Briard - Koppeln an Freunde, Napoleon liebte diese Rasse so, daß er sie auf die Kriegsschauplätze mitnahm. Thomas Jefferson schrieb seinen Namen auf die Liste der Bewunderer, importierte mehrere Hunde, um amerikanischen Farmern zu helfen. Lafayette verlangte, daß ihm Briards auf seinen amerikanischen Besitz geschickt wurden.

Der Briard ist ein furchtloser, vor nichts zurückschreckender, ausdauernder und arbeitsfreudiger Hund mit besonders gutem Hörvermögen. Diese Eigenschaften brachten der Rasse den Ruf eines erstklassigen Verteidigers ein. Er wurde der offizielle Diensthund der französischen Armee.
Der Briard Club of America berichtet, daß diese Hunde Vorräte in die vorderen Linien brachten, Sprengstoff aufspürten und Verwundete retteten. Ihr dickes, witterungsbeständiges Haarkleid und ihr kräftiger Körperbau ermöglichten es ihnen, Gurte mit Maschinengewehrmunition auf ihrem Körper zu tragen, die sie zu den Frontstellungen transportierten.
Als Rettungshunde wussten sie instinktiv, welche Soldaten Hilfe brauchten, aber auch welche nicht überleben konnten. "Man sagte, daß jeder Mann, an dem ein Briard vorbeiging, keine Hilfe mehr brauchte."
Amerikanische Soldaten waren von der Rasse beeindruckt und es dauerte nicht lange, bis die Hunde diesen "Hundegesichtern" nach Hause folgten.

Der Berger de Brie, allgemein als Briard bekannt und der Berger de Beauce sind eng verwandt, der Hauptunterschied liegt im Haarkleid. Beide Rassen bekamen vor dem Coupierverbot einen recht ungewöhnlichen Ohrenschnitt, der ihnen ein besonderes Aussehen gab. Das Ohr wurde dabei stark gekürzt und an der Spitze abgerundet. Das Haar des Briards fällt kaskadenartig vom Ohr nach unten und geht in die starken Brauen und den dichten Bart über. Beide Rassen haben an der Rutenspitze einen hakenförmig nach oben gerichteten Bogen bei sonst tief getragener Rute.
Der Briardstandard verlangt in Abweichung zu den meisten anderen Hunderassen den Erhalt der üblichen doppelten Wolfsklauen. Man nahm an, die besten Arbeitshunde seien diejenigen mit den zusätzlichen Hinterzehen, in Frankreich "Bastard Finger" genannt.

Die Persönlichkeit dieser Hunde wechselt immer wieder: Clown, Schutzhund, Schausteller, Gentleman oder "zurückgezogener Philosoph". Das grobe, zweischichtige Fell verlangt einmal in der Woche kräftiges durchbürsten, um totes und verfilztes Haar zu entfernen. Ihre Bewegung ist kraftvoll und leicht, man vergleicht sie mit "Quecksilber". Diese Hunde lieben es, draußen zu sein, einige lassen sich sogar einschneien. Briards schützen Haus, Herde und Ihre Menschen. Frühzeitige Sozialisation der Junghunde wird dringend empfohlen.

Quelle: Kynos Atlas Author: Bonnie Wilcox u. Chris Walkowicz Redaktion: Dieter Flaig erschienen im: Kynos Verlag Dr. Dieter Flaig GMBH, Am Remmelsbach 30, D - 54570 Mürlenbach, Tel.: 0 65 94 / 6 53



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